Die Klausurbereiche in der Zeit der Ursulinen
In der Epoche, in der die Ursulinen hier lebten, war ein großer Teil des Klosters dem Klausurleben vorbehalten und somit der Öffentlichkeit verschlossen. Diese über Jahrhunderte verborgenen Räume gehören heute zu den stimmungsvollsten Bereichen des gesamten Komplexes.
Die Zellen der Nonnen lagen entlang breiter Korridore an der Ost- und Südseite des Kreuzgangs, in den oberen Stockwerken.
Die Kirche San Giovanni bildete das Zentrum des gesamten Netzes innerer Verbindungen und zugleich das geistliche Herz des Klosters. Im Erdgeschoss befand sich an der Nordseite der Kirche der Raum für die Kommunionspendung, der durch ein vergoldetes Schmiedeeisengitter mit dem Hauptraum verbunden war und es den Nonnen ermöglichte, an den Gottesdiensten teilzunehmen, ohne gesehen zu werden. Im ersten Stock verlief entlang derselben Seite ein eindrucksvolles Matroneum, das zu einem Beichtstuhl führte, den der Priester betreten konnte, ohne die Klausurregeln zu verletzen.
Das Matroneum war durch fein geschnitzte Holzgitter von der Kirche getrennt, die die Privatsphäre der Nonnen während des Gebets schützten. Von diesen oberen Bereichen aus boten sich ihnen schöne Ausblicke auf das Kirchenschiff – ebenso wie vom Nonnenchor, der sich entlang der Vorderseite der Kirche San Giovanni erstreckte.
Dieser Chor ersetzte einen älteren, der zuvor im Tempietto Longobardo eingerichtet worden war und dort seit dem späten 14. Jahrhundert bestanden hatte.
Im zweiten Stock, wiederum entlang der Nordseite der Kirche, befanden sich zwei kleine, von oben belichtete Privatkapellen: eine der seligen Jungfrau Maria geweiht, die andere dem Heiligsten Herzen Jesu.






