Das Kloster Santa Maria in Valle
in der langobardischen Gastaldaga
Während der langobardischen Herrschaft gehörte das Gebiet von Valle zur sogenannten Gastaldaga, d.h. dem Gebiet, das dem Gastalden - dem Verwalter der königlichen Besitztümer im Herzogtum - unterstand.
Gegen Ende des 8. Jahrhunderts entstand hier neben der alten Kirche San Giovanni ein Frauenkloster, das jungen adeligen Langobardinnen als Rückzugsort diente. Aus diesem ersten Konvent entwickelte sich später das mächtige Kloster Santa Maria in Valle.
Bis ins 19. Jahrhundert hinein war das Kloster Santa Maria in Valle Heimat der Benediktinerinnen. Danach übernahmen die Ursulinen das Gebäude und gründeten ein Mädchenpensionat, wo sie Generationen von Schülerinnen bis Ende des 20. Jahrhunderts ausbildeten.
Mit der Gründung des Pensionats wurde die Umwidmung eines Teilbereiches des Klosters für Bildungszwecke erforderlich, was eine umfangreiche Umgestaltung dieses monumentalen Gebäudekomplexes mit sich brachte. Ein Teil des Klosters wurde allerdings weiterhin als Klausurbereich genutzt. Das religiöse Leben im Kloster fand im Jahr 1999 sein Ende.
1891 schenkten die Ursulinen den Tempietto Longobardo der Gemeinde Cividale del Friuli, die ihn bereits 1893 der Öffentlichkeit zugänglich machte. Die Besucherinnen und Besucher der damaligen Zeit betraten den Tempietto von der Piazza San Biagio aus über einen schmalen über dem Fluss Natisone schwebenden Gang, der heute als Ausgang dient.
2001 erwarb die Gemeinde Cividale den gesamten Klosterkomplex, um ein bedeutendes Projekt zur Aufwertung des Gebiets einzuleiten – mit dem Ziel, es in die UNESCO‑Welterbeliste einzutragen. Dem Kloster sollte damit eine neue Rolle als kultureller und sozialer Treffpunkt der Stadt zukommen.
Gleichzeitig wurde ein neues Zugangssystem zum Tempietto geschaffen. 2008 öffnete sich das imposante Eingangstor des Klosters Santa Maria in Valle für die Besucherinnen und Besucher, die die Palastkapelle besichtigen möchten. Der neue Rundgang ermöglicht es, Räume zu besichtigen und zu erleben, die über Jahrhunderte ausschließlich den Nonnen vorbehalten waren.
Galerie
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