Die architektonische
Entwicklung des Klosters

Der architektonische Komplex des Klosters gleicht einem Mosaik der Geschichte Cividales. Vom langobardischen Zeit bis in die Gegenwart hat er zahlreiche Veränderungen erfahren.

Nach dem Erdbeben von 1222, das sowohl den Tempietto als auch die Kirche San Giovanni schwer beschädigte, trat das Kloster in eine besonders lebhafte Phase ein. Ab der Mitte des 13. Jahrhunderts dank der verschiedenen Spenden und der den Besuchern des Tempietto gewährten Ablässe konnten die Nonnen wichtige Wiederaufbau- und Erweiterungsarbeiten in Angriff nehmen.

Unter Äbtissin Gisla de Pertica (1242–1251) entstand ein neuer Schlafsaal, und sowohl im Tempietto als auch in der Kirche San Giovanni wurden verschiedene Arbeiten durchgeführt.

Im 15. Jahrhundert erfuhr das Kloster weitere umfangreiche bauliche Veränderungen. 1431 wurde der Kreuzgang neu errichtet, und 1497 kam eine neue, von Säulen getragene Struktur hinzu – vermutlich die Struktur, die der heutigen Ostseite des Kreuzgangs entspricht.

Im 16. Jahrhundert nach einem weiteren Erdbeben im Jahr 1511 dehnte sich der Klosterkomplex nach Süden und in Richtung der Stadt aus. Die Straßenseite an der Via Monastero Maggiore wurde neu gestaltet, wobei die Reste der alten mittelalterlichen Synagoge einbezogen wurden. 1522 ließ Äbtissin Relinta Formentini Cusano einen neuen Eingang errichten. Er wurde leicht versetzt zur Achse der Kirche San Giovanni angelegt und dient bis heute als Zugang zum Herzen des Klosters.  

Zwischen der Renaissance und dem 18. Jahrhundert wuchs der Komplex weiter, insbesondere nach Osten, bis er das gesamte Gebiet zwischen der Via Monastero Maggiore, dem Ufer des Natisone, der Piazza San Biagio und dem Tor von Porta Brossana einnahm und sich auf der Westseite bis auf die Höhe des Doms erstreckte.

Die bedeutendsten Veränderungen erfolgten jedoch in den ersten zwanzig Jahren des 18. Jahrhunderts. Der Baumeister Luca Andrioli gestaltete ganze Trakte des Komplexes neu: Der Schlafsaal wurde erhöht, die Kirche San Giovanni erhielt ihr heutiges Erscheinungsbild, und das Refektorium wurde mit Stuckdecken und Fresken ausgestattet, die die Verkündigung sowie Szenen aus dem Leben der heiligen Scholastika und des heiligen Benedikt darstellen. Der Stil zeigt den Einfluss des lokalen Barockkünstlers Quaglio.

In dieser Zeit erreichte der Komplex seine größte Ausdehnung, der anschließend zwei Jahrhunderte des Niedergangs folgten – ein Schicksal, das viele religiöse Einrichtungen teilten. Dennoch verlor das Kloster nie seine Bedeutung und blieb ein historischer, künstlerischer und kultureller Bezugspunkt für die gesamte Region.

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Project “Monastery of Santa Maria in Valle: From Past to Future”, funded under the ERDF Regional Programme (PR FESR) 2021-2027. Project 2.2.1:
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